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Zäh und sensibel: Die Haut

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1.04
Die Haut ist ein hochspezialisiertes Sinnesorgan.

1.13
Millionen von feinsten, verschiedenen Rezeptoren sorgen dafür, dass
wir greifen und be-greifen können, dass wir Druck, Schmerz, Kälte und Wärme auf unserer Haut spüren.

1.28
Die Haut bildet wichtige Vitamine, sie schützt vor der Aussenwelt, hilft bei der Regulierung der Körpertemperatur. Und sie ist das sichtbarste Zeichen für den Alterungsprozess.

1.40
Eine solche sanfte, zarte Babyhaut, die hätte jeder gerne bis ins hohe Alter.

1.49
Bekanntlich hat es die Natur anders vorgesehen.

1.57
Schon immer sollte die Hautpflege ewige Frische verleihen.

2.03
Die erste Hautcreme der Welt diente über Generationen dazu, empfindliche Babyhaut zu schützen.

2.11
Aber auch vornehme Französinnen unterbrachen schon früher wichtige Telefonate, um sich damit ihre Hände einzucremen.

2.19
Und auch so manche flotte Skandinavierin vertraute bei der Körperpflege auf die Produkte aus dem Hause der Mutter aller Hautcremen.

2.29
Bei Beiersdorf in Hamburg wurde die Nivea-Creme vor fast 100 Jahren erfunden.
Heute ist Beiersdorf mit weltweit über 20.000 Mitarbeitern und mit jährlich über 5 Milliarden Euro Umsatz der grösste Hautpflege-Konzern der Welt.

2.44
Zwar wird hier noch immer die erste stabile Fett- und Feuchtigkeitscreme der Welt produziert, aber längst verfügt man über verschiedenste andere Produktelinien.

2.53
Jährlich kommen etwa 150 neue Hautpflegeprodukte dazu.

3.02
Weltweit arbeiten 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung.
Die Konsumentinnen und Konsumenten werden immer anspruchsvoller. Immer spezifischer wird der Anwendungsbereich.

3.13
Besonders hohe Zuwachsraten verzeichnet man in der gesamten Branche  -  nicht nur bei den Beiersdorf-Linien - bei den Anti-Aging-Produkten.

3.24
Neuentwicklungen werden zuerst an Probanden getestet. Sie müssen sich jeweils 20 Minuten vor ihrem Termin im Wartezimmer bei 21,5 Grad und 45% Luftfeuchtigkeit akklimatisieren.

3.36
Diese Probandin nimmt teil an einer Studie zur Wirksamkeit einer neuen Anti-Falten-Creme.

3.43
Will man erfolgreich Anti-Aging-Produkte verkaufen, so muss der Nutzen für den Konsumenten sichtbar werden. Die Falten müssen sich mit der Zeit effektiv etwas glätten.

3.58
Nicht ganz einfach, denn junge und ältere Haut unterscheiden sich markant:

4.04   
Thomas Blatt, Grundlagenforschung Hautalterung, Beiersdorf AG
Damit eine Haut jung und vital bleibt, muss sie sich ständig erneuern und das erfordert wesentliche Energievorräte. Junge Haut zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine sehr starke Verzahnung von Dermis und Epidermis aufweist und in diesen papilären Strukturen zwischen Epidermis und Dermis ist die Blutgefässversorgung, d.h. die junge Haut wird sehr gut über den Blutkreislauf mit Nährstoffen versorgt. In der Altershaut hingegen nimmt diese Verzahnung und auch die Blutgefässversorgung mit dem Alter ab. Dadurch werden immer weniger Nährstoffen in die Haut transportiert und insgesamt erlahmt dadurch der Stoffwechsel.

4.40
Bei Männern findet der Hautalterungsprozess  später statt, dann aber umso heftiger.

4.49
Fast die Hälfte der Probanden bei Beiersdorf  sind Männer. Das Geschäft mit dem starken Geschlecht wird immer wichtiger. Der Männermarkt für den zunehmend auch
Antifalten-Produkte gemacht werden, ist bei Beiersdorf letztes Jahr um 17 % gewachsen.

5.05       
Inken Hollmann-Peters, Marketing International  Beiersdorf AG
Die Männer haben schon auch entdeckt, dass Pflege für sie wichtig ist. Das machen sie nicht, um schöner auszusehen - also schön würden sie natürlich nie sagen - sondern sie machen das, um attraktiver auszusehen, um damit dann auch erfolgreicher zu sein. Sie haben bemerkt, dass sie in einem gewissen Wettbewerb stehen im Beruf auch mit Frauen, müssen dort also gepflegt aussehen, möchten aber natürlich auch Erfolg im privaten Bereich haben und das fällt ihnen leichter in dem Moment, wo sie ein gepflegtes Äusseres haben.

5.36
Schon sehr früh hat man es bei Beiersdorf verstanden auch die Männer anzusprechen.

5.42
Allerdings wurde bald klar, dass nicht nur die Männer-, sondern auch die Damenwelt nach
Cremen verlangte, die nicht nur für eine sanfte Haut sorgten und gut einzogen, sondern mehr konnten als Fett und Feuchtigkeit spenden.

5.55
Dazu musste man die Prozesse in der Haut besser verstehen.
Forschung  - auch Grundlagenforschung  - hat deshalb nicht nur in diesem Haus eine lange Tradition.

6.07
Das Wissen um die biochemischen Vorgänge in der Haut ist enorm gewachsen. Allerdings
wurden die entscheidenden Erkenntnisse erst in den letzten 10 Jahren gemacht.
Heute kann die Forschung z.B.  beweisen, dass  einzelne Wirkstoffe von Anti-Aging-Produkten
in den Hautzellen effektiv etwas bewirken.

6.24       
Thomas Blatt, Grundlagenforschung Hautalterung Beiersdorf AG
Wir können es bis in die Einzelzelle hin nachweisen, anhand der Zellkulturen, die wir hier anlegen, können wir durch Farbkodierungen auch signalisieren, dass die Wirkstoffe bis tief in die Zelle hineinkommen und dort eben die biochemischen Prozesse beeinflussen.

6.42
In den 50er Jahren ging man weltweit noch unbeschwerter an den Strand.

6.50
Über den negativen Einfluss des Sonnenlichts auf die Haut und die Hautalterung war man sich noch nicht bewusst.

6.58       
Thomas Blatt, Grundlagenforschung Hautalterung Beiersdorf AG
Bis zu 80% des Hautalterns wird durch UV-Licht ausgelöst, insbesondere durch UV-A. Und daher ist es sicherlich ratsam UV- Schutzsysteme auf die Haut zu applizieren, um einerseits protektiv zu sein und Agenzien, wirksame Komponenten wie Q10, Folsäure z.B. auf die Haut aufzubringen, um die regenerative Leistung zu erzielen.

7.23
UV-Strahlung ist  bekanntlich gefährlich.  
Sonnenbrände erhöhen das Hautkrebsrisiko beträchtlich.
Deshalb:
- Sich am besten schon 30 Minuten vor dem Sonnenbad reichlich eincremen.
- Je heller die Haut, desto höher muss der Lichtschutzfaktor sein:
Minimum für Erwachsene 15, für Kinder 25.
- Nach dem Baden Sonnenschutz immer erneut auftragen

7.46
Über die Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr sollte man das pralle Sonnenlicht meiden.

7.51
Hüte und Kleider aus dichtem Material sind nicht nur für Kinder ein guter Schutz.

7.57
Das Universitätsspital Zürich hat bezüglich Hautkrebs-Forschung und -Behandlung einen hervorragenden Ruf.
Hier an der Dermatologischen Klinik ist man täglich ist man mit den verschiedensten Arten von Hautkrebs konfrontiert.

8.16
Die Haut ist das häufigste von Krebs befallene Organ.
Gewebeproben, die hier zur Analyse zerkleinert werden, geben Aufschluss darüber, ob man es mit einer gutartigen oder bösartigen Hautveränderung zu tun hat.
Rechtzeitig erkannter Hautkrebs ist meist heilbar. Zu besonderer Besorgnis Anlass geben die Zuwachsraten, die man europaweit bei den Melanomen verzeichnet. Immer häufiger erkranken auch Menschen unter 45 Jahren am gefährlichsten aller Hautkrebse, am so genannten schwarzen Hautkrebs.

8.46       
Reinhard Dummer, Dermatologische Klinik Universitätsspital Zürich
Er wächst am Anfang oberflächlich und später dann in die Tiefe und kann dann plötzlich ganz schnell innere Organe betreffen, also z.B. die Leber oder die Lunge oder auch das Gehirn sogar. Und wird dann zu einer tödlichen Krebskrankheit.

9.04
Sämtliche verdächtigen Gewebeproben werden unter den Ärzten diskutiert. Dabei immer häufiger auch solche mit schwarzem Hautkrebs.
Nicht immer sind die bösartigen Zellen so deutlich zu erkennen:

9.19
Reinhard Dummer, Dermatologische Klinik Universitätsspital Zürich
Jede dieser braun gefärbten Zellen, das ist eine schwarze Hautkrebszelle. Man kann hier genau verfolgen, wie die nach unten wachsen und an bestimmten Stellen kann man erahnen, dass sie dann Anschluss finden an Blutgefässe oder Lymphspalten und diese natürlichen Bahnen verwenden sie dann um sich im Körper zu verteilen. Und manchmal kann man wirklich sehen,  wie die bösartigen Zellen in die Lymphbahnen eindringen.

9.48
Und über diese Bahnen befallen sie dann andere Organe. Es bilden sich dann dort die sogenannten Metastasen.

10.00
Will man dem Schlimmsten vorbeugen, so muss man sich selbst beobachten und
Muttermale, die sich verändern kontrollieren lassen. Mit der Auflichtmikroskopie können
erfahrene Dermatologen wie Ralph Braun in vielen Fällen schon schnell Entwarnung geben.

10.18
Dies hier sind alles gutartige Muttermale, aber wie kann man das als medizinischer Laie erkennen?

10.25
Auf was soll man bei einer Selbstkontrolle achten?  

10.30
Wichtig ist, dass man alle Körperstellen genau kontrolliert. Dann gilt es auch darauf zu achten, ob ein Muttermal ganz anders ausschaut, als alle anderen in seiner Umgebung, es gilt das hässlichen Entlein zu finden:

10.45       
Ralph Braun, Dermatologische Klinik Universitätsspital Zürich
Wenn man das Muttermal identifiziert hat, wenn man das hässliche Entlein rausgepickt hat, dann kann man sich anschauen die ABCD-Regel. A für Asymmetrie, B für unregelmässige Begrenzung, C für Farbe color, D für Dynamik, Veränderungen. Am besten zeige ich Ihnen mal einige Beispiele: Hier ist der Prototyp von einem gutartigen Muttermal. Sie sehen, dass es extrem symmetrisch
ist in beiden Achsen. So schön symmetrische Muttermale finden sie selten, das ist die Ausnahme. Das hier ist auch noch ein gutartiges Muttermal, so sieht es in der Regel aus. Es kann immer mal ein wenig unregelmässig sein, aber trotzdem es ist eine relativ symmetrische Läsion mit wenig Farben, mit sehr regelmässigen Randbegrenzung. Das waren eher die Flachen und das hier sind jetzt die Erhabenen, die hautfarben sind. Die sind auch weich erhaben. Können auch mal eine etwas gepulsterte Oberfläche haben oder können auch mal behaart sein, dann stören sie in der Regel kosmetisch. Es gibt ja nicht nur gut und böse, es gibt ja nicht nur schwarz und weiss, es gibt viel grau zwischen den Beiden. Jetzt kommen wir mal zu den Muttermalen in der Grauzone. Das ist ein Beispiel, man sieht diese Läsion ist asymmetrisch in zwei Achsen. Hat eine sehr unregelmässige Randbegrenzung hier, es gibt hellere Zonen, dunklere Zonen, noch mal hellere Zonen, das ist ein Muttermal, das man auf jeden Fall zeigen sollte und behandeln sollte. Ein anderes Beispiel hier: Symmetrisch in bezug auf die Form, aber die Strukturen drin sind komplett asymmetrisch, sehr viele Farben, unregelmässige Randbegrenzung, das ist auch eines von diesen dysplastischen, atypischen Muttermalen. Und jetzt kommen wir schon zur Gruppe der Melanome. Das sind die sehr frühen Melanome,
dort sieht man beispielsweise, dass in dem Muttermal, das seit langer Zeit besteht, dass es dort zu einer Aufhellung gekommen ist. Es ist auch wieder das hässliche Entlein, wenn sie sich die anderen Muttermale und Altersflecken anschauen, dann sind die komplett anders – es ist das grösste. Ein weiterer Fall: Dieses Melanom hat zwei Teile. Dieser Teil ein etwas flacherer Teil, hier im linkeren Teil etwas stärker erhaben – auch extrem asymmetrisch. Ganz unscharfe und unregelmässige Randbegrenzung hier, sehr viele verschiedene Farben. Und hier werden die Melanome immer fortgeschrittener, d.h. die Asymmetrie wird immer deutlicher
sichtbar, hier mit diesem knotigen Anteil, die unregelmässige Randbegrenzung und die verschiedenen Farben und auch eine die sich verändert hat.

12.57
Für die Diagnose von Melanomen verspricht man sich viel von der konfokalen
Mikroskopie, die im Moment noch in der Testsphase ist.  

13.09
Die Geräte erlauben es weit unter die Haut zu schauen.

13.17
Melanome können so in Zukunft – ohne operativen Eingriff – einfacher diagnostiziert werden. Ziel bleibt sie zu erkennen, bevor sie 1mm dick sind.

13.27       
Ralph Braun, Dermatologische Klinik Universitätsspital Zürich
Man weiss, dass alles, was unter einem Millimeter diagnostiziert, wird ist die Prognose ausgezeichnet, wenn es dann auch richtig behandelt wird. Das Melanom ist schwierig zu behandeln, aber je früher man es diagnostiziert, desto einfacher ist es zu behandeln.

13.42
Madison, Wisconsin, USA.  Diese Stadt hat erst kürzlich in Sachen Haut, resp. Hautzellen
weltweit von sich reden gemacht.  

13.53
Die Universitätsstadt übt auf alle, die sich für Biotechnologie interessieren ein enorme Anziehungskraft aus.

14.02
Insbesondere zu reden gemacht hat das Waisman Center der University of Wisconsin.
Stammzellenforschung ist das zentrale Stichwort. Darin ist dieses Institut Weltspitze.

14.17
Erst vor kurzem wurde hier eine Entdeckung gemacht– mehr oder weniger gleichzeitig mit einem Institut in Kyoto . Sie nicht nur für die Stammzellenforschung, sondern auch für die Medizin
von zentraler Bedeutung  sein könnte.

14.37     
Clive N. Svendsen, Stem Cell & Regenerative Medicine, UW-Madison
In Japan und auch durch einen Kollegen von mir, hier an der Universität, Jamie Thomson, wurde entdeckt, dass  Hautzellen, wenn man sie in Zellkulturen anlegt und ihnen bestimmte Gene einpflanzt - Gene kontrollieren ja das Verhalten der Zellen –dass sie zu Stammzellen werden können. (14.53)  

14.54
Sie haben 4 Gene, von denen man weiss, dass sie embryonische Stammzellen teilen, eingeführt. Es war ein sehr simples Experiment und  niemand hat gedacht, dass es funktioniert. Die haben Hautzellen haben sich danach in der Zeitachse zurück entwickelt und sind wieder embryonisch geworden. So dass sie heute nicht nur zu Haut, sondern auch zu Knochen, Blut, Herzzellen, zu allem im Körper werden können.

15.17
Hier an der University of Wisconsin in Madison wurden auch weltweit die allerersten
embryonischen Stammzellen entwickelt. Die Nationale Stammzellenbank der USA veranstaltet Ausbildungskurse für Wissenschaftler, die mit den Linien dieser menschlichen embyonischen Stammzellen arbeiten, die ebenfalls Jamie Thomson - vor 9 Jahren - hier entdeckte.

15.41
Das wissenschaftliche Arbeiten mit embryonischen Stammzellen hat bis heute weltweit grosse ethische Diskussionen ausgelöst, die sich allerdings vielleicht schon bald erübrigen werden.

15.53
Nämlich dann, wenn man mit Stammzellen aus Haut die gleichen, gesicherten Resultate erzielen wird wie mit embryonischen Stammzellen.
Dann, wenn man sie ebenso sicher umprogrammieren kann. So, dass sie sich pluripotent entwickeln können, d.h. zu den verschiedensten Zellen wie z.B. zu Nervenzellen oder Zellen von roten Blutkörperchen.

16.17
Die Hoffnung der Forscher ist gross, dass die Entdeckung der Haut-Stammzellen der gesamten Stammzellenforschung einen gewaltigen Impuls bringen wird.

16.29       
Clive N. Svendsen, Stem Cell & Regenerative Medicine, UW-Madison
Die Entdeckung, dass wir Haut-Zellen umprogrammieren können, hat die ethische Diskussion sehr stark verändert.

16.35
Vorher brauchte man ein Embryo, also ein Ei, das von einem Sperma befruchtet ist. Und dieses stecknadelkopf-grosse Embryo enthält dann diese pluripotenten Stammzellen. Nun ist es so, dass die neuen pluripotenten Hautstammzellen in Zukunft vielleicht die embryonischen Stammzellen ersetzen können.

16.58
Noch werden aber von der US National Stemm Cell Bank in Madison weiterhin embryonische Stammzellen – immer von den wenigen staatlich erlaubten Linien - an über 300  Forschungsinstitute im In- und Ausland verschickt.

17.15
Embryonische Stammzellen sind nach wie vor gefragt und so wird es wohl auch noch
einige Jahre bleiben müssen.

17.26       
Clive N. Svendsen, Stem Cell & Regenerative Medicine, UW-Madison
Die pluripotenten Hautzellen sind wie ein „Concept-Car“: Sie schauen super aus, sind aber noch nicht wirklich getestet. Die embryonischen Stammzellen sind die klassischen Volvos oder Toyotas, von denen man weiss, dass sie funktionieren. Wir sind jetzt dabei herauszufinden, ob der „Conzept-Car“ so gut ist wie die traditionellen Autos. Das müssen wir erst abklären, bevor wir die embryonischen Stammzellen wegwerfen.

17.52
Am Waisman Center hofft man schon bald schon unter jedem Mikroskop gesunde,
möglichst aus Hautstammzellen gewachsene Herzmuskelzellen beobachten zu können. So könnte schneller Realität werden, wovon man in der Stammzellenforschung träumt: 

18.13     
Clive N. Svendsen, Stem Cell & Regenerative Medicine, UW-Madison
Eines Tages werden sie zu Ihrem Arzt gehen und statt ihren Pillen ihre Zellen bekommen. Soweit  möchten wir in 10-15 Jahren kommen. Aber es wird noch viel Arbeit geben, bis wir soweit sind.

18.26
Klinik Pyramide in Zürich.  Eine der ersten Adressen für plastische Chirurgie. Ob komplexe Brustrekonstruktion oder einfache Faltenbehandlung das medizinisch Sinnvolle mit dem ästhetisch Wünschenswerten zu verbinden, ist hier das Ziel.

18.48
Leiden Patientinnen z.B. an ihren Zornesfalten, so ist Klinikdirektor Cédric Georges überzeugt, dann ist  „Botulinum Toxin“,  Botox.  ein sehr geeignetes Mittel, um Abhilfe zu schaffen.

19.01
Wichtig ist die dabei die richtige Dosierung, die ein erfahrener Arzt sicherlich am besten beurteilen kann.

19.11
Krähenfüsse kann man mit Botox zwar nicht gänzlich eliminieren, aber doch weitgehend glätten.

19.19
Botox ist ein Gift, das bei der Signalübertragung vom Gehirn zu den Muskeln einwirkt.

19.27       
Cédric Georges, Zentrum f. plastische Chirugie, Klinik Pyramide Zürich
Es ist ein Bakterien-Toxin, das auf die neuromuskuläre Übertragung wirkt und dadurch die Muskelaktivität reduziert oder blockiert.  Und dabei verschwinden dann die mimischen Falten.

19.43
Andere Funktionen wie z.B. das Fühlen der Haut werden nicht blockiert.
Aber: Botox ist nicht gleich Botox. Die Qualität muss stimmen, auch wenn sie keinen
Einfluss darauf hat wie lange eine Spritze anhält.

20.01       
Cédric Georges, Zentrum f. plastische Chirugie, Klinik Pyramide Zürich
Es ist individuell sehr verschieden, die Dauer der Wirkung. Erstmals ist es häufig nur kurze Zeit,  2-3 Monate. Dann kann sich das Intervall zwischen 2 Behandlungen verlängern, weil die Muskeln dann noch nicht so stark zurück sind nach 3-4 Monaten. Und dann wird es immer länger, es gibt gewissen Fälle, wo es sehr lange dauert, wo die Patientinnen und Patienten sich die Mimik etwas abgewöhnen und dann nicht mehr so starke Falten kriegen, so dass sie gar nicht mehr soviel Botox brauchen. Aber häufig wird 2, 3 Mal im Jahr gespritzt.

20.38
Alternde Haut fällt. Face-Liftings straffen die Haut und  sollen nicht zwangsläufig zu  jüngerem aber zu besserem, ausgeruhterem Aussehen führen.

20.53
Ein Face-Lifting ist ein veritabler chirurgischer Eingriff und kann schon mal 3-4 Stunden dauern.

21.10
Das hängende Gewebe unterhalb des Kinns, das Doppelkinn ist das, was hauptsächlich stört.

21.17
Cedric Georges hat schon Hunderte von Face-Lftings gemacht und weiss worauf es ankommt. Verschobene Weichteile z.B., müssen wieder in die richtige Position gebracht werden.

21.29
Gegebenfalls muss bei der Operation auch etwas Fett abgesaugt werden, damit die Konturen wieder schön zur Geltung kommen.
Das Allerwichtigste bei einem Face-Lifting ist aber, dass die Silhouette wieder hergestellt wird und zwar ohne dass dabei zu viel angezogen wird.

21.45       
Cédric Georges, Zentrum f. plastische Chirugie, Klinik Pyramide Zürich
Man darf ja nicht geliftet aussehen, man möchte natürlich sein und das kann man nur, wenn man eben nicht zieht. Und das bedeutet, dass man nicht an der Haut alleine arbeitet sondern in den tieferen Schichten im Unterhautgewebe, wo es Muskelzellen hat und dort quasi einen Zug ausübt, um die Konturen wieder herzustellen, wo man das wieder nach oben bringt, was verschoben ist. Und dann die Haut nur wieder hinlegt ohne zu ziehen. Und das führt dann
zu sehr schönen natürlichen Resultaten, mit guten Konturen. Kleine Falten sind aber immer  noch sichtbar.

22.24
Face-Liftings, das liessen sich bis vor kurzem nur Frauen machen. In den letzten Jahren hat sich das geändert. Immer mehr Männer kommen in die Praxen der plastischen Chirurgen. Und ein weiterer Grund beflügelt das Geschäft:

22.38       
Cédric Georges, Zentrum f. plastische Chirugie, Klinik Pyramide Zürich
Ich denke mit zunehmendem Durchschnittsalter der Bevölkerung nimmt es eindeutig zu.

22.50
Lehrveranstaltung, Fachbereich Chemie, Universität Hamburg. Martina Kerscher, ausgebildete Dermatologin, ist Deutschlands erste Professorin für Kosmetik und Körperpflege.

23.06
Am Institut wird geforscht und es gibt auch eine dermatokosmetische Sprechstunde, wo Martina Kerscher immer wieder mit der häufigsten Hauterkrankung überhaupt, mit der Akne konfrontiert ist.

23.22
Diese Patientin hat erst im Alter von 26 Jahren plötzlich Akne bekommen, normalerweise  betrifft Akne in erster Linie jüngere Menschen, hormonelle Faktoren spielen eine grosse Rolle. Der Anteil der jungen Männer liegt bei rund 70%.  (

23.39       
Martina Kerscher, Kosmetik und Hautpflege, Universität Hamburg
In der Pubertät nimmt die Menge an gebildeten Androgene zu, auch in unserer Haut.
Und dadurch wird die Talgdrüse angeregt mehr Talg zu produzieren. Dieser Talg macht dann einmal ein fettige Haut und zum anderen sammelt sich der Talg auch in den Talgdrüsenausführungsgängen an. Dadurch kommt es zu einem Abflussstau, man sieht an der Haut Mitesser, Kommedone, später auch entzündliche Veränderungen, nämlich, dann, wenn es zu einer Ruptur des Talgs in die Umgebung kommt, dann reagiert die Haut mit Entzündung.

24.17
Die Veranlagung zu starker Akne ist sehr häufig vererbt.

24.22
In schwereren Fällen behandelt man mit Hormonen, bei leichteren kann ein Säure-Peeling Besserung bringen.

24.33
Wichtig ist, dass man nicht zu lange selber herumdoktert. Am besten kontaktiert man bei den ersten Anzeichen unverzüglich einen Arzt.

24.44       
Martina Kerscher, Kosmetik und Hautpflege, Universität Hamburg
Je eher wir die Akne gezielt behandeln, desto geringer ist das Risiko, dass sich stärkere Entzündungen in der Haut entwickeln und damit ist auch das Risiko für spätere Aknenarben vermindert.

24.58    
 „Acne vulgaris“, die ganz gewöhnliche Akne, können vor allem Frauen - bis ins höhere Alter - haben.  Immer häufiger sind sie jedoch von einer erst in den letzten Jahren aufgetauchten Form der Akne betroffen, die sozusagen aus einem Verjüngungs-Missverständis entstanden ist.

25.19
Martina Kerscher, Kosmetik und Hautpflege, Universität Hamburg
Oft beobachten wir, dass Frauen ab 30 bereits beginnen mit Cremes zu behandeln, die für Hautalterungserscheinungen sind und die auch von der Cremgrundlage her gedacht sind für die ältere Haut, also für eine Haut in der Postmenopause, wo die Haut weniger Feuchtigkeit und auch weniger Fett produziert. Wenn man das auf eine relativ fettige Haut in jüngeren Jahren gibt, dann entsteht eine sogenannte „Acne cosmetica“, also eine von aussen durch Kosmetika getriggerte Akne. Und das kann man klinisch nicht von einer normalen „Acne vulgaris“ unterscheiden.

25.59
Auch in Leipzig befasst man sich mit der Haut.

26.04
Am Haptik-Labor der Universität erforscht man den Tastsinn.

26.11
Martin Grunwald ist einer der weltweit renommiertesten Tastsinnforscher.
Ihn interessiert was wir über die Haut mit dem Tastsinn wahrnehmen und wie
wir es verarbeiten. Mit diesen Fragen zur Haptischen Wahrnehmung beschäftigt er sich auch in seiner neuesten Publikation, sie ist auch ein Lehrbuch zur Haut:

26.30       
Martin Grunwald. Haptik-Labor Universität Leipzig
Die Haut ist ein sensorisches Organ, das viele, viele unterschiedliche Rezeptoren
beinhaltet. Gleichzeitig ist die Haut natürlich auch die Grenzfläche zwischen dem Organismus und der Aussenwelt. Der Tastsinn ist letztendlich die sensorische Ebene, die definitiv klären kann hier ist mein eigener Organismus und der geht bis hier hin und von da an beginnt die äussere Welt.

27.06
Der Tastsinn leistet, was die anderen Sinnesorgane nicht vermögen. Nur dank dem Tastsinn können wir uns orientieren und somit interagieren.

27.14
Neugeborene brauchen viel Berührung, sonst können sie sich gar nicht
richtig entwickeln.

27.21
Martin Grunwald. Haptik-Labor Universität Leipzig
Wenn ein Mensch nachgeburtlich nicht stimuliert wird, also wenn sein Körper nicht berührt wird, wenn er keine Wärme empfängt, wenn er keine Reizung der Haut empfängt, dann kann das Gehirn schlicht und ergreifend nicht richtig ausreifen. Denn diese Reize führen zu verstärkten Reifungsprozessen im gesamten Gehirn. Und interessanterweise beginnt ja dieses System auch im Mutterleib als allererstes sensorisches System zu arbeiten, das ist Vielen gar nicht so bewusst: Bereits in der 8. Schwangerschaftswoche kann man nachweisen, dass der Lippenbereich eines noch nicht geborenen Menschen auf Berührungsreize reagiert.

28.09
Jeder Mensch hat ca. 10 bis 20 Millionen Tastsinnrezeptoren, wie viele es genau sind,
weiss man bis heute noch nicht. In jeder Fingerkuppe, das ist detailiert untersucht, sitzen rund  2000 verschiedenste Rezeptoren. 

28.27
Fingerspitzengefühl ist bei dem folgenden Experiment entscheidend.

28.32
Es gilt 2 Stäbe möglichst genau parallel zu stellen.

28.38
Das sogenannte Haptimeter wird z.B. zur Diagnose bei Magersüchtigen eingesetzt. Ist der Unterschied der Winkel der beider Stäbe am Schluss mehr als 15 Grad so ist von einer Störung
auszugehen.

28.50
Martin Grunwald. Haptik-Labor Universität Leipzig
Wir können hier sehen, ob das Gehirn mit den Körperinformationen etwas anfangen kann oder ob die Verarbeitung von Körperinformationen gestört ist. Für die Diagnostik bei Essstörungen, für diesen Störungsbereich ist es also ein sehr sensitives Instrument, aber man kann dies auch in anderen Kontexten nutzen zur Diagnostik bestimmter Hirnfunktionsstörungen.

29.21
Neuere Studien zeigen: Körperliche Berührung tut allen gut und ist auch dann
noch wichtig, wenn man die Welt schon weitgehend erkundet hat. Nicht nur eine Osteopathin vermag Entspannung zu bringen. Berührungsreize werden übrigens nicht überall am Körper gleich empfunden. Es gibt sensiblere und weniger sensible Bereiche. Dass Gesicht und Hände besonders viele Rezeptoren haben ist kein Zufall:

29.56       
Martin Grunwald. Haptik-Labor Universität Leipzig
Diese Gebiete sind ja bei der Umwelterkennung besonders stark involviert und insofern macht es doch Sinn  sehr viele Rezeptoren dicht gepackt zu haben,  damit das Erkunden der Welt möglichst hochpräzise funktioniert.

30.14
Dies ist bekanntlich in den verschiedensten Lebenssituationen von Vorteil.

30.20
Die Haut ist unser vielseitigstes Organ. Und dieser kleine Mann wird sich spätestens
dann, wenn er zum ersten Mal an Akne leidet auch an den Zärtlichkeiten einer Freundin erfreuen.

30.34
Haut ist aber nicht nur zum Küssen da. Haut hat noch viele andere lebenswichtige
Funktionen.


Swiss made:

1.04
Zünden Schweizer ein Lagerfeuer an, so wollen sie eigentlich nur eines: Cervelats braten.

Die feinen, guten Cervelats mit der typischen Krümmung und der zarten Haut, die man essen kann.

1.18
Allerdings: Nicht nur im Appenzeller-Land ist man um die Weiterexistenz der Nationalwurst besorgt.

1.27
Wie lange wird man den Cervelat noch original geniessen können?So wie ihn alle Schweizer und nicht nur diese wackeren Alphirten von Kindsbeinen an kennen und zu schätzen wissen -  so wie ihn Philip Fässler in Appenzell-Steinegg produziert.

1.45
Philip Fässler, Metzgerei Fässler Appenzell-SteineggDen Cervelat, den gibt es einfach, der ist ein Volkswurst, der wird bei uns sehr viel gegessen- sei es warm oder kalt oder zum Grillieren – der ist was Wunderbares.

1.56
Cervelats bestehen zur Hauptsache aus Rinds- und Schweinefleisch.

2.02
Bei der Beschaffung des Fleisches stellen sich keine Probleme, ebenfalls nicht – Geheimnis eines jeden Metzgers – bei der Mischung aus Salz und Gewürzen.

2.13
Auch Eiswasser ist Überfluss vorhanden.Vom Inneren des Cervelats droht keine Gefahr. Die Existenzgefahr für die Schweizerischste aller Würste liegt aussen: In der Haut, welche die Masse zusammenhält, bei den benötigten Därmen.

2.35
Fast alle Cervelats hatten bis anhin eine Haut aus Rinderdärmen aus Brasilien

2.43
Der Cervelat ein halber Brasilianer?

2.46
Philip Fässler, Metzgerei Fässler Appenzell-SteineggIch denke das ist falsch, es ist ein typisch schweizerisches Produkt.

2.51
Ein Importverbot für brasilianische Rinderdärme – Stichwort BSE – hat die Branche in eine Krise gestürzt, denn Haut ist nicht gleich Haut:

2.59
Philip Fässler, Metzgerei Fässler Appenzell-Steinegg
In meinen Augen sollte die Haut natürlich sein, aus Naturdarm. Warm und kalt sollte man sie gut schälen können und beim Grillieren sollte man sie essen können.

3.17
Das typische Cervelat-Braun entsteht übrigens erst durch das Räuchern. 

3.21
Philip Fässler bezieht seine Därme bei der Darmhandels-AG in St. Gallen

3.25
Rund 20 Millionen Meter von solchen eingesalzenen Rinderdärmen benötigt man in der Schweiz  für die 160 Millionen Cervelats, die hier jährlich verzehrt werden.Noch hat man hat man hier die brasilianische Därme, die übrigens von Zebu Rindern stammen - an Lager. Aus verschiedenen Gründen hofft man, dass man bald wieder aus Brasilien importieren kann.

3.48
Matthias Stuck, Darmhandels-AG St. Gallen
Brasilien ist das Land mit am meisten Zebu-Rindern und Zebu-Rinder haben die Eigenschaft, dass sie keine allzu fleischigen Därme haben und sie sind praktisch fettfrei. Und vor allem ist wichtig dass man in Brasilien über Jahrzehnte ein Knowhow aufgebaut hat, um diese Därme so zu konfektionieren, wie wir es gerne haben.

4.15
Aber eben: Jetzt muss aus anderen Ländern importiert werdenArgentinische Därme z.B., die sich zwar cervelat-gerecht krümmen, abernicht in jeder Hinsicht befriedigen:

4.28
Matthias Stuck, Darmhandels-AG St. Gallen
Das Gute ist, dass er die notwendige Stärke bringt, die wir brauchen, um diese Würste zu machen. Er hat auch die Länge, die wir gerne haben. Aber was etwas negativ ist, ist der höhere Fettgehalt. Das Fett  stört optisch, es wird nach dem Räuchern leicht gelblichen und das ist für unsere verwöhnten Konsumenten nicht so schön anzuschauen.

4.54
In den Lagerhäusern werden in Zukunft wohl vermehrt Därme aus den verschiedensten Ländern lagern. Nicht nur aus Argentinien und Uruguay, die im Moment am stärksten überbrücken helfen (max.  5.03)

5.05
Matthias Stuck, Darmhandels-AG St. Gallen
Argentinien und Uruguay können die Mengen, die wir brauchen, nicht liefern. Und vor allem nicht in dem Bereich, in dem wir es brauchen, im 34-36er  oder 36-38er Kaliber, haben diese Länder zu wenig Anteil.  Das wird sicher ein Problem, wenn wir keine Restbestände mehr haben, dann wird es eng werden.

5.28
Oder die Cervelats werden dann eventuell - mit anderen Kalibern - dicker oder dünner sein, als das Original.  In der Metzgerei Fässler hat man rechtzeitig mit brasilianischen Därmen vorgesorg.

5.39
Philip Fässler, Metzgerei Fässler Appenzell-Steinegg
Ich habe eine grosse Menge Rohmaterial eingekauft und habe mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich habe für die nächsten 2 Jahre noch Därme für denOriginal-Cervelat

5.58
Bis dann kann man in dieser Ecke des Appenzells also sicher noch den Original Schweizer Cervelat mit der idealen brasilianischen Haut geniessen.

6.08
Wie es in der restlichen Schweiz aussehen wird, beschäftigt natürlich nicht nur die Vierbeiner. Sondern auch alle andern, denen die Schweizer Nationalwurst nicht wurst ist!

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DVD der Sendung

DVD: Zäh und sensibel: Die Haut

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Bildergalerie

Zäh und sensibel: Die Haut: Stammzellen aus Haut. Waisman Center University of Wisconsin, Madison
Zäh und sensibel: Die Haut: Botox-Beratung. Klinik Pyramide am See Zürich
Zäh und sensibel: Die Haut: Wurst in Gefahr. Probleme mit der Haut des Cervelats

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