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Krieg um das Nashorn

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00:03
Seit 50 Millionen von Jahren bevölkert es Afrikas Steppen: Das Nashorn.
 
00:10
Es ist jedoch gut möglich, dass man in der nahen Zukunft keine freilebenden Nashörner mehr beobachten kann.

00:17
Noch vor 100 Jahren gab es weltweit eine halbe Million dieser imposanten Säugetiere. Dieser Bestand ist auf knapp 30’000 Tiere gesunken.

00:31
Afrikas Pärke verwandeln sich zusehens in Friedhöfe für gewilderte Nashörner.

00:40
Dieser Knochen gehörte einst zu einem zwanzigjährigen Nashorn. Das Weibchen wurde zusammen mit einem Nashornbullen von Wildereren erschossen.

00:52
Löwen, Hyänen und andere Tiere haben dafür gesorgt, dass der grösste Teil des Kadavers verschwunden ist

01:02
Für Menschen, die in Afrika Nashörner beschützen, bedeutet jeder Tod eine Bedrohung ihrer Lebensexistenz.

01:11
Nkoori Kirobi, Nashornwächter
Ich fühle mich den Nashörnern sehr verbunden, sie sind wie meine Kinder. Ich bin mich an ihre Präsenz gewöhnt, ich habe keine Angst vor ihnen und wenn wir eines vermissen, macht mich das extrem traurig.
Werden Nashörner so oft wie heute getötet, betrifft  mich das sehr direkt. Zuvor war mein Leben 100 Prozent sicher und ein Erfolg. Heute ist meine Lebensqualität eingeschränkt, weil so viele Tiere umgebracht werden.

01:59
Die meisten Nashörner werden in Südafrika gewildert.
Die Folge der riesigen Nachfrage nach Horn: Zwei tote Nashörner pro Tag.
Dies die Statistik von 2013.
Laut Tierschutzorganisationen werden im Handel mit dem Horn jährlich Milliarden von Euros verdient.

02:17
Zwischen 2007 und 2013 wurden in Afrika beinahe 2000 Nashörner gewildert.
Das könnte das baldige Ende dieser Jahrmillionenalten Tierart bedeuten.

02:38 Ian Player, Tierschützer
Grauenhafte Fotos sind das. Eine Motorsäge zu gebrauchen, während das Tier noch lebt, und damit in sein Gesicht zu schneiden, ja das ganze Gesicht abzusägen - das ist nicht dumm, das ist schlimmer, das ist barbarisch.
Dies ist der schlimmstmögliche Barbarismus
absolut gefühlos.
Nein, dies ist ein Zeugnis der menschlichen Brutalität.

03:16
Ian Player ist der berühmteste Tierschützer Südafrikas. Sein ganzes Leben hat er dem Nashorn verschrieben. Für seinen Einsatz wurde er mehrmals geehrt, er erhielt die höchste Auszeichnung für Zivilisten in Südafrika und zwei Ehrendoktortitel.

03:35
Er macht sich grosse Sorgen um die Entwicklung der Wilderei in Südafrika.

03:47 Ian Player, Tierschützer
Das heutige Ausmass der Wilderei ist extrem beunruhigend. Die Schätzungen für 2013 belaufen sich auf 1000 tote Nashörner.
Weil das Horn so wertvoll ist, sind Menschen bereit, dafür zu sterben.

04:11
Das Horn macht das Nashorn zu einem einzigartigen Tier. Die Bullen setzen es zum Kampf untereinander ein; die Weibchen schützen damit ihre Babies vor Feinden.

04:22
Dem Horn werden in Asien seit Jahrhunderten medizinische Eigenschaften zugeschrieben. Doch die Nachfrage  explodierte erst, als sich in Vietnam vor einigen Jahren der Glaube verbreitete, Nashornpulver heile Krebs.

04:38
Ein Kilo Horn kostet mehr als ein Kilo Gold. Die Hörner eines einzigen Nashorns sind bis zu 250’000 Euro wert. Weil das Pulver so teuer ist, hat es sich in Vietnam zum Statussymbol der Reichen entwickelt.

04:56
Nashörner werden in ganz Afrika gejagt. Wie auch hier in Lewa, einem Tierreservat im Nordwesten Kenias.

05:10
Der Manager von Lewa, der Engländer Mike Watson, hat allein 2012 vier Nashörner an Wilderer verloren.

05:21
Zum Beispiel  dieses verwaiste Nashorn-Baby , dem Watson den Namen Hope gegeben hat.

05:40 Mike Watson, Manager Lewa
Die Wächter haben es  an einem Morgen neben seiner erschossenen Mutter  gefunden. Diese wurde wegen des Horns getötet. Die Hörner wurden abgehackt.  Die Wächter haben das Nashorn-Baby dann  hierher gebracht.

05:53
Hope soll, wie der Name sagt, ein Botschafter der Hoffnung werden.

06:05
Lewa wurde Ende der 80er Jahre als Schutzzone für die Nashörner gegründet. Damals befand sich in Kenia vor allem die Zahl der Spitzmaulnashörner auf einem Tiefstand. Es existierten weniger als 300 Tiere.

06:20
Um ihr Ueberleben zu sichern, wurden sie in Reservate wie Lewa gebracht.. Heute leben in Kenia wieder 620 Spitzmaulnashörner, davon 72 hier.

06:35 Mike Watson, Manager Lewa
Wer in Lewa arbeitet, wird von der Wichtigkeit der Nashörner quasi durchdrungen und von dem, was das Nashorn für uns In Lewa bedeutet. Man kommt nicht darum herum, sich dafür zu engagieren.

06:52
Für die Nashörner in Lewa setzen sich verschiedene Partnerorganisationen des Reservats  ein. Im Kampf gegen die Wilderei engagiert sich auch der Zoo Zürich.

07:02
Regelmässig zu Besuch kommt Martin Bucher, Tierpfleger im Zürcher Zoo.
Er arbeitet seit mehreren Jahren mit Nashörnern zusammen

07:12
Von den freilebenden Nashörnern in Lewa hat der Zoo Zürich in verschiedener Hinsicht lernen können.

07:21
Nicht nur durch Beobachtung, sondern auch durch Forschungsarbeiten.

07:39
Martin Bucher hat systematisch den Dung von Spitzmaulnashörnern analysiert. Dadurch konnte das Futter der Spitzmaulnashörner im Zoo erheblich verbessert werden.

07:54
Ob Forschung, Beobachtung oder finanzielles Engagment. Die Präsenz des Zürcher Zoos in Lewa ist für Bucher enorm wichtig.

08:07 Martin Bucher, Tierpfleger Zoo Zürich
Nach meiner Meinung sollte auch ein Zoo über seine Grenzen hinaus aktiv sein. Ein Zoo hat auch eine Naturschutzaufgabe. Wir versuchen das im Zoo Zürich zu erfüllen. Der Zoo hat Naturschutzprojekte weltweit, unter anderem auch hier in Kenia. Das ist die Verbundenheit. Ein Zoobesucher zuhause soll sehen, dass für uns  Probleme engagieren wie hier in Kenia.

08:35
Das Beobachten von Nashörnern erfordert Geduld und Zeit. Der einheimische Nashornwächter Francis Kobia kennt sämliche Tiere. Nashörner migrieren nicht frei durch den Park, sondern haben Reviere, die sich überlappen können.

08:49
An diesem Morgen spüren der Schweizer und der Kenianer den Spitzmaulnashorn Bullen Mutane auf.

08:59
Der Anblick dieses Tieres beeindruckt Bucher immer wieder von neuem.

09:05 Martin Bucher, Tierpfleger Zoo Zürich
Nashörner sind verwandt mit den Tapiren. Das weiss man von Funden, dass dies eine uralte Tiergruppe ist. Die geht Jahrmillionen zurück. Ich denke auch, dass das Horn ein urtümliches Gebilde ist. Dieses verweist auch darauf, wie alt diese Tiergruppe ist.
Das Horn besteht aus dem selben Material wie ein Fingernagel. Das Wachstum, das weiss man, beträgt circa einen Zentimeter pro Monat. Es wird auch regelmässig geschabt,so dass es auch als Waffe einsetzbar ist und auch als Symbol zum Zeigen, wie dominant man ist.

09:53
Die alten Wunden auf Mutanes Gesicht deuten darauf hin, dass er sein Horn schon einige Male im Kampf eingesetzt hat.
Einem Spitzmaulnashorn würde sich Francis Kobia nicht zu Fuss nähern. Es gilt als unberechenbarer Einzelgänger.
Breitmaulnashörner sind hingegen sozialer und weniger aggressiv. Vor Menschen haben sie eher Angst.

10:15
Francis Kobia kündigt deshalb seine Ankunft an.

10:23
Er kennt jedes Nashorm beim Namen.

10:29 O Francis Kobia, Nashornwächter
Sind sie sehr zufrieden, macht dies auch mich glücklich.
Weil ich seit so vielen Jahren mit diesen Nashörnern arbeite, sind sie wie meine Kinder. Ich muss mich um sie so kümmern, wie wenn es sich um meine eigenen Kinder handeln würde.

10:54
Lewa ist rund um die Uhr bewacht. 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr. Der Schutz gilt vor allem den 127 Nashörnern.

11:09
Der Zoo Zürich hilft mit, die Ranger mit Hilfsmitteln wie Feldstecher und Funkgeräte auszurüsten und  trägt zu den Löhnen der Nashornüberwachungs-Teams bei.

11:20
Mittlerweile hat jedes Tier zwei persönliche Wächter. Ingesamt werden Lewas Nashörner von 340 Menschen geschützt.

11:30
Sie alle stammen aus den umliegenden Dörfern und werden intensiv trainiert.

11:42 Mike Watson, Manager Lewa
Der Schutz der Nashörner kostet uns beinah eine Million Franken pro Jahr.
Ohne diese Sicherheitsvorkehrungen könnten wir die Kosten um 60 bis 70 Prozent reduzieren. Das würde eine erhebliche Verringerung unserer operationellen Kosten bedeuten.

12:00
Die Bewachung verläuft auf hohem technologischen Niveau. Den soeben gekauften Helikopter fliegt Mike Watson selbst.

12:11
Die Einnahmen aus dem Tourismus reichten alleine nicht aus, um die enormen Kosten für den Nashornschutz zu decken. Dies ist nur dank grosszügiger Spenden möglich.

12:21
Dank dem Helikopter können Truppen schnell und gezielt im 170 Quadratkilometer grossen Park ausgesetzt werden.

12:31
Dies ist vor allem für jene Teams wichtig, die den Park in der Nacht bewachen.

12:39
Der Kampf gegen die Wilderer kann nur durch minutiöse Planung auf militärischem Niveau gewonnen werden.

12:52
Jeder einzelne Ranger steht in Funkkontakt mit der Kommandozentrale.

13:01
Dank der Aufteilung des Reservats in Sektoren wissen die Männer hier, wo sich die Positionen der Soldaten im Busch befinden.

13:07
Für den Schutz der Nashörner werden die Angestellten in Lewa gut bezahlt.

13:20
Dennoch sind auch hier nicht alle gegen die Bestechung durch Wilderer gefeit.

13:27 Mike Watson, Manager Lewa
Wo immer Nashörner leben, gibt es auch Menschen, die Informationen verkaufen.
Dies hat für die Wilderer das Risiko verringert.  Durch InsiderInformationen wissen sie, in welchen Zonen die Sicherheitteams patrouillieren und wo sich die Nashörner mit den längsten Hörnern aufhalten. Somit hat sich das Gleichgewicht zwischen Risiko und Gewinn zugunsten der Wilderer verändert.

13:57
In Vollmondnächten ist das Risiko für das Nashorn, den Wilderern zum Opfer zu fallen, besonders gross.

14:07
Dann ist es auch für die Ranger am gefährlichsten.

14:16
Kommandant Philipp Lelelit arbeitet seit drei Jahren im bewaffneten Sicherheitsteam. Zusammenstösse mit Wilderern hat er schon mehrmals erlebt. In einem Fall wurden vier Kriminelle getötet und einer verwundet.

14.32
Der Kenianer besucht in der Nacht die verschiedenen Aussenposten.

14:45
Dieser Mann berichtet, es sei ihm bis jetzt nichts Verdächtiges aufgefallen.

14:52
Jeder Posten besteht aus zwei Männern. Der eine schläft, während der andere die Gegend überwacht.

15:00
Der Kommandant stellt sicher, dass sie in Bereitschaft sind.

15.11 Philipp Lelelit, Kommandant
Es macht Angst, hier draussen zu sein. Doch dank unserer militärischen Ausbildung  wissen wir genau, wie wir uns in der Nacht verhalten müssen und das hilft in einer Konfrontation.

15:27
Philipp Lelelit macht sich auf zum nächsten Bewachungsposten.

15:32
Was die Nacht bringt, ist jedes Mal ungewiss.

15:41
Doch eines ist sicher: Im afrikanischen Busch herrscht Krieg.

15:52
Dass Männer wie Philipp Lelelit ihr Leben für das Nashorn riskieren, ist nicht selbstverständlich. Im Krieg um das Horn sind in Afrika schon mehrere Hundert Ranger umgekommen.

16:16 O-Ton Mike Watson
Es macht uns glücklich, dass nur sehr wenige Menschen in den umliegenden Dörfern in die  Nashornwilderei verwickelt sind. Und dies, obwohl ihnen ein Jahreslohn oder sogar mehr angeboten wird, damit sie ihre Kollegen aushorchen und damit die Nashörner ans Messer liefern, die sie seit Jahren täglich geschützt haben. Eine solch grosse Summe ist verführerisch.

16:43
Letztlich kann die Wilderei nur zusammen mit der lokalen Bevölkerung bekämpft werden.

16:52
Deshalb lädt das Reservat jede Woche eine Schulklasse aus den umliegenden Dörfern ein.

16:59
Für die Kinder ist spezielles Ausbildungsmaterial entwickelt worden. Sie sollen begreifen, wie wichtig das Nashorn für den Tourismus ist. Denn die meisten ihrer Eltern leben davon.

17:18
Nur wer versteht, dass ein lebendiges Nashorn langfristig mehr wert ist als ein totes, wird es als Erwachsener einmal schützen.

17:36
Diese Nachricht wird nicht theoretisch verpackt, sondern direkt in der freien Natur vermittelt.

17:47
Auch wenn die Kinder ganz in der Nähe des Lewa-Parks  geboren wurden und dort leben, haben die meisten von ihnen noch nie zuvor ein Nashorn gesehen.

18:02
Entsprechend gross ist ihre Faszination.

18:15  Lehrer, Lewa
Stellt euch vor: Diese Nashörner werden wirklich getötet. Es ist traurig, dass sie von Menschen umgebracht werden. Es sind ja keine Raubtiere. Es geschieht des Profites wegen.
Was kann man verkaufen?

18:30 Kinder, Lewa
Hörner, sehr gut

18:37 Lehrer, Lewa
Wenn jemand euch Geld gibt, um ein Nashorn zu töten, sagen wir nächste Woche, könnt ihr dann ein neues Nashorn herstellen?
Glaubt ihr, mit diesem Geld könnt ihr ein anderes Nashorn wachsen lassen?

18:54  Lehrer, Lewa
So, ja, jemand kann euch Geld geben, um ein Nashorn zu töten aber alles Geld auf der Erde reicht nicht dazu aus, ein Nashorn zu konstruieren. Ist ein Nashorn tot, kann man kein neues mehr herstellen.

19:08
Dass es überhaupt noch Breitmaulnashörner gibt, ist diesem Mann zu verdanken. Der Südafrikaner Ian Player hat in den 70er Jahren die heute legendäre ‘Operation Nashorn’ ins Leben gerufen.

19:21
In den 60er Jahren lebten die letzten 600 Breitmaulnashörner Südafrikas alle in einem einzigen Park. Statt einige von ihnen zu töten, um Platz zu schaffen, entwickelte Player ausgeklügelte Fangmethoden, um sie in andere Pärke transportieren zu können.

19:40
Er war auf diesem Gebiet ein Pionier.

19:44
Unter Players Leitung sind hunderte von Tieren umgesiedelt worden – viele auch in Zoos rund um den Erdball.

19:54
Dank der Operation Nashorn ist die Zahl der Breitmaulnashörner in Südafrika wieder auf  20’000 gestiegen. Dies entspricht beinah neunzig Prozent der weltweiten Tierbestandes.

20:09
In den 80er und 90er Jahren hat sich das Nashorn in Südafrika mehr oder weniger ungestört vermehren können.

21:24  Ian Player, Tierschützer
Wirklich verheerende Auswirkungen zeigte die Wilderei, ungefähr ab 2007, und dafür gibt es verschiedene Gründe.
Der Hauptgrund liegt im wirtschaftlichen Aufschwung Asiens. Dieser brachte eine Mittelklasse mit Geld hervor.
Der Glaube an die medizinische Wirkung des Horns existierte dort schon lange. Es war schon immer begehrt. Doch erst die vorhandenen finanziellen Mittel setzten die Wilderei so richtig in Gang.
 
21:21
Im Kampf gegen die Wilderei versuchen Organisationen, die Nachfrage nach dem Horn in Asien zu bekämpfen.

21:22
Sie führen Aufklärungskampagnen durch und möchten die Menschen davon überzeugen, dass es keinen Beweis für die medizinische Wirkung des Horn gibt.

21:39 Ian Player, Tierschützer
Ich glaube nicht  einen Moment daran, dass es möglich ist, diesen Glauben zu ändern. Genau so wenig wie es möglich ist, einen Christen davon zu überzeugen, nicht mehr an Jesus zu glauben. Ein Glaube ist ein Glaube. Und dieser Glaube sitzt tief. Er geht auf tausende von Jahren zurück.

22:04
Nach seinem lebenslangen Einsatz für das Nashorn gibt es für Ian Player zur Zeit nicht Dringenderes, als das Nashorn vor der Ausrottung zu bewahren.Er ist davon überzeugt, dass das uralte Tier nur gerettet werden kann, indem der Handel mit dem Horn legalisiert wird. Player befürwortet den legalisierten Verkauf jener Hörner, die sich in Südafrikas Pärken durch den natürlichen Tod von Nashörnern angesammelt haben. In den letzten Jahrzehnten hat sich da einiges angehäuft.

22:42 Ian Player, Tierschützer
Wir sitzen in diesem Land auf ungefähr 25, 30 Tonnen Horn, das sich über all die Jahre angesammelt hat. In dieser Provinz allein sind es 7 Tonnen.
Ich würde die Chinesen einladen, hierher zu kommen und eine Fabrik zu eröffnen und wir gehen eine fifty fifty Partnerschaft mit ihnen ein. Wir liefern das Horn, sie verarbeiten es zu Pulver und auf diesem Weg können wir den Markt regulieren.

23:26
Noch ist der Handel mit dem Horn illegal. Doch in Südafrika wird eine kontrollierte Legalisierung bereits auf Parlamentsebene diskutiert.

24:38
Die Frage der Legalisierung ist in Tierschutz Kreisen jedoch höchst umstritten.

23:48
Die Wilderei hat mittlerweile weitreichende Konsequenzen.
Immer mehr Jungtiere werden zu Waisen.

23:58
Deshalb ist im Norden von Südafrika das erste Waisenhaus für Nashornbabies gegründet worden.

24:11
Zur Zeit halten sich hier neun Nashornwaisen auf. Platz gibt es für 25.

24:22
Diese Jungtiere wurden beide neben der toten Mutter gefunden. Als sie hierher kamen, waren sie traumatisiert und schwer verletzt. Oft überleben die Waisen nur dank komplizierter medizinischer Eingriffe.

24:44
In den ersten Monaten werden die Jungtiere in geschlossenen Gehegen gehalten. So können sie geschützt aufwachsen und auch ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen.

24:59
Tierpflegerin Viktoria Horsley ist überzeugt, dass die Spezies Mensch für die Waisen schwer zu verstehen ist.
 
25.11 Victoria Horsley, Tierpflegerin
Es muss für sie sehr verwirrend sein. Sie müssen mitansehen, zu welch grauenhaften Taten der Mensch fähig ist.
Danach kommen sie hierher, wo sie eine ganz andere Seite der Menschen erleben, wo Menschen helfen und für sie sorgen wollen.
Es ist unglaublich, dass sie uns dann wieder vertrauen.

25:31
Das Vetrauen der Waisen aufzubauen, braucht Zeit und Geduld.

25:39
Sie müssen auch mehrmals am Tag mit einem speziellen Milchkonzentrat aufgepäppelt werden.

25:49
Ein einziges Jungtier trinkt pro Tag bis zu fünfzehn Liter Milch

25:58
Der vier Monate alte Waise Mangoba, ein Spitzmaulnashorn aus Namibia, leert die Flaschen im Nu.

26:09
Das Füttern mit der Flasche hilft, dass die Babies möglichst naturnah aufwachsen können.

26:17
Viktoria Horsley ist sich bewusst, dass das Waisenhaus das grundsätzliche Problem der Wildererei nicht lösen kann. Doch was  eine Lösung sein könnte, weiss sie auch nicht.

26:32 Viktoria Horsley, Tierpflegerin
Die Leute geben mir alle möglichen Ratschläge. Warum legalisieren wir den Handel nicht? Warum schneiden wir nicht das Horn ab?
Zum Hornabschneiden: Sie werden immer noch umgebracht - für den kleinen Stumpen, der übrig bleibt.
Den Handel legalisieren - wir können nicht garantieren, dass dies die Wildereirate verlangsamen wird. Wie stellen wir sicher, dass die Wilderei dann nicht erst recht aus den Fugen gerät und dies das Ende dieser Tierart bedeuten wird? Man muss das in der Gesamtheit betrachten.
Es ist einfach traurig, dass der Mensch bereit ist, fürs Horn zu töten.

27:06
Diese Waisen haben zumindest eine Lebenschance. Sie werden später in einem überwachten Tierreservat leben und  geschützt vor Wilderer sein.
Bis sie jedoch ein Leben ohne Bewachung führen können, braucht es ein Engagement, das über Afrika hinausreicht.

27: 44  Ian Player, Tierschützer
Die Welt konzentriert sich zu fest auf das Geldverdienen
und schenkt der Seele zu wenig Aufmerksamkeit.
Wilde Tiere wie Nashörner sind ein Teil der Seele dieser Welt.
Aber das gehört leider nicht zu den Prioritäten der Menschen auf dieser Welt.

 

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Bildergalerie

Krieg um das Nashorn: Junge Nashörner, deren Mütter von Wilderern getötet wurden (© Zoo Zürich, Martin Bauert)
Krieg um das Nashorn: Nashornpulver – auf dem Schwarzmarkt so teuer wie Gold (© Zoo Zürich, Martin Bauert)
Krieg um das Nashorn: Brautmaulnashörner in Lewa, Kenia (© Zoo Zürich, Martin Bauert)